Stromkästen sind meist grau, unscheinbar und fallen kaum auf. Genau das macht sie zu perfekten Kandidaten für ein kleines Kunstprojekt mitten im Alltag. Für Stromkasten 2 war die Idee von Anfang an: ein farbiges, künstlerisches Motiv, das die Umgebung auflockert und Passant:innen überrascht. Vorher wurde eine Skizze vorbereitet, die als Vorlage für das Motiv diente.
Alles Material – von Sprühdosen über Schablonen bis zu Handschuhen – wurde mit dem Fahrrad zum Einsatzort gebracht. So bleibt die Aktion flexibel, umweltfreundlich und mitten im Straßenleben.
Wie beim ersten Stromkasten erhielt auch dieser eine Schicht weiße Grundierung. Sie sorgt dafür, dass die Farben später richtig leuchten, die Schablonen scharf wirken und Unebenheiten ausgeglichen werden. Die perfekte Grundlage für ein langanhaltendes Ergebnis.
Alte Aufkleber, abblätternde Farbe und Schmutz wurden entfernt, damit das Motiv optimal haften kann. Dieser Schritt mag unspektakulär wirken, ist aber entscheidend – so bleibt das Kunstwerk möglichst lange sichtbar.
Auch bei Stromkasten 2 kamen wieder Schablonen zum Einsatz. Sie ermöglichen präzise Formen und wiederholbare Elemente, ohne die handgemachte Note zu verlieren. Mit dem Skinny Cap wurden feine Linien gesetzt, Übergänge sauber gestaltet, sodass das Ergebnis grafisch klar, aber lebendig wirkt.
Sprühfarbe bringt nicht nur Farbe, sondern auch den typischen Lösungsmittelgeruch mit sich. Handschuhe und Atemschutz gehören zur Standardausrüstung. Trotzdem bleibt es faszinierend zu beobachten, wie sich die vorbereitete Skizze Stück für Stück in ein lebendiges Motiv verwandelt.
Das ursprünglich gestaltete Motiv wurde schnell erweitert – spontan durch Passant:innen oder kleine Alltagsinteraktionen. Das Werk lebt weiter, verschmilzt mit seiner Umgebung und gewinnt durch diese natürlichen Ergänzungen zusätzliche Dynamik – ein lebendiges Kunstwerk, das sich mit der Stadt und ihren Menschen verändert.
Auch diesmal wurde auf einen abschließenden Klarlack verzichtet. Für zukünftige Projekte ist jedoch eine Versiegelung vorgesehen, die die Farben vor Sonne, Regen und Abnutzung schützt. So sollen die bunten Flächen länger sichtbar bleiben und die Straßen dauerhaft bereichern.